Vielleicht haben Sie den Begriff Amyloidose von einer Ärztin oder einem Arzt gehört und sich gefragt, was das für Sie und Ihr Leben bedeutet. Eine der häufigsten Ursachen für Verwirrung ist, nicht zu wissen, dass es viele verschiedene Arten von Amyloidose gibt, die aus unterschiedlichen Gründen entstehen und unterschiedliche Symptome verursachen können. Das kann zu Anfang sehr verwirrend sein. Aber ist es wichtig herauszufinden, welche Form von Amyloidose Sie haben, um sicherzustellen, dass Sie eine angemessene Versorgung und Unterstützung erhalten.
Amyloidose ist der medizinische Oberbegriff für krankhafte Vorgänge, bei denen sich bestimmte Proteine im Körper falsch verhalten. Wenn diese Proteine ihre Form und Struktur verändern, können sich unlösliche Fäden bilden, die man Amyloid-Fibrillen nennt. Sie bilden in verschiedenen Organen Ablagerungen (sogenanntes Amyloid), die die normale Organfunktion stören können.
"Bei mir wurde vor etwa drei Jahren Amyloidose diagnostiziert. Damals wusste ich ehrlich gesagt nicht wirklich, was das bedeutet. Ich stand unter Schock."
– Person, die mit Amyloidose lebt
Was sind Proteine?
Proteine (Eiweiße) sind wesentliche Bausteine des Körpers, die wichtige Teile unserer Zellen, Gewebe und Organe bilden.
Proteine gibt es in vielen verschiedenen Formen und Größen, die jeweils speziell für ihre eigene Aufgabe gestaltet sind, wie zum Beispiel Muskelaufbau, Unterstützung des Immunsystems und den Transport wichtiger Substanzen im Körper. Zusammen helfen sie, normale Körperfunktionen aufrechtzuerhalten und sind für die Struktur, das Wachstum und die Reparatur Ihres Körpers unerlässlich.
Was passiert mit Proteinen bei Amyloidose?
Bei Amyloidose verhalten sich bestimmte Proteine (Eiweiße) im Körper falsch. Normalerweise haben Proteine eine bestimmte Form, mit der sie ihre Arbeit im Körper verrichten können. Bei einer Amyloidose verändern sich Form und Struktur der Proteine so, dass sie unlösliche Fäden bilden, die man Amyloid-Fibrillen nennt. Amyloid-Fibrillen bilden in verschiedenen Organen Ablagerungen, die man Amyloide nennt und die die normale Organfunktion stören können.
Wenn das passiert, können die betroffenen Organe und Gewebe nicht so gut funktionieren, wie sie sollten, was zu einer Reihe von meist unspezifischen Symptomen der Amyloidose führt. Häufige Symptome sind:
- Sich müde oder erschöpft fühlen
- Unerklärlicher Gewichtsverlust
- Atemnot bei Belastung
- Geschwollene Füße oder Beine
Da diese Amyloidablagerungen fast überall im Körper auftreten können, können auch andere Symptome auftreten und bei jeder Person unterschiedlich aussehen. Zum Beispiel:
- Wenn Ihr Herz betroffen ist, können Sie einen unregelmäßigen Puls oder Brustschmerzen haben.
- Wenn Ihre Nerven betroffen sind, können Sie Schmerzen, Taubheit oder Kribbeln in Händen und Füßen haben.
- Wenn Ihre Nieren betroffen sind, kann Ihr Urin schäumend aussehen.
- Wenn Ihr Verdauungssystem betroffen ist, können Sie den Appetit verlieren, sich krank fühlen oder werden, Durchfall oder Verstopfung haben.

Im Laufe der Zeit können sich krankhafte Proteine (bekannt als Amyloidablagerungen) ansammeln und Schäden an einem oder mehreren Körperbereichen wie Herz, Nerven, Nieren und Magen verursachen.
Professorin Marianna Fontana ist Professorin für Kardiologie und ehrenamtlich beratende Kardiologin am Nationalen Amyloidose Zentrum in London, Großbritannien.
Mehr über die verschiedenen Formen der Amyloidose erfahren Sie auf der nächsten Seite.


