Die Anwendungsgebiete der

Blutverdünnung

25 Oct, 2023
Männlicher Arzt schaut auf einen futuristischen Computerbildschirm

Informieren Sie sich auf dieser Seite über die

Anwendungsgebiete der Blutverdünnung
. Sie finden Inhalte über die 
Entstehung von Vorhofflimmern
und das
Akute Koronarsyndrom
. Erfahren Sie auch mehr über die
Koronare Herzerkrankung

Zusätzlich bieten wir Ihnen allgemeine Informationen zu Krankheitsbildern wie die
Venenthrombose
,
Lungenembolie
und
periphere arterielle Verschlusskrankheit
.
Darüber hinaus finden Sie interessante Informationen über
Herzschwäche
und 
Nierenerkrankungen
, die häufig mit Blutgerinnungsstörungen in Verbindung stehen. Erweitern Sie Ihr Wissen und informieren Sie sich über die Zusammenhänge zwischen diesen Erkrankungen.

    Thromboseentstehung im Herz

    Beim Vorhofflimmern kommt es zu einer vorübergehenden oder dauerhaften ungeordneten Bewegung der Herzvorhöfe. Dabei schlagen die Vorhöfe mit einer extrem hohen Frequenz von 350 bis 600 Bewegungen pro Minute (Flimmern).

     

    Während des Flimmerns ist die Fließgeschwindigkeit des Blutes in den Vorhöfen stark verlangsamt. Das führt dazu, dass sich Blutgerinnsel bilden können. Dies geschieht besonders häufig in Ausstülpungen des Vorhofs, den sogenannten Herzohren. Hier fließt das Blut besonders langsam, was eine Zusammenlagerung der Blutplättchen und damit die Bildung eines Blutgerinnsels fördert.

     

    Der Herzrhythmus

    Normalerweise schlägt das Herz des Erwachsenen in Ruhe gleichmäßig mit etwa 60 – 80 Schlägen in der Minute. Dafür ist ein elektrischer Reiz verantwortlich, der von einem Nervengeflecht im rechten Vorhof an der Mündung der oberen Hohlvene, dem sogenannten Sinusknoten, ausgeht.

    Dieser Taktgeber (Schrittmacher) sendet den elektrischen Impuls gleichmäßig über beide Vorhöfe, die sich daraufhin zusammenziehen (kontrahieren). Anschließend läuft das elektrische Signal über den atrioventrikulären Knoten (AV-Knoten), der am Übergang vom Vorhof (Atrium) zur Kammer (Ventrikel), liegt. Er bündelt die Signale und gibt sie über die Purkinje-Fasern geordnet an die beiden Herzkammern weiter, die sich daraufhin kontrahieren. Nach einer Kontraktion entspannt sich das Muskelgewebe wieder, die jeweiligen Kammern dehnen sich wieder aus. Dieser elektrische Erregungsablauf garantiert eine geordnete und gleichmäßige Kontraktion des Herzens im Takt des Sinusknotens (Sinusrhythmus).
    Beim Vorhofflimmern ist diese koordinierte Erregungsausbreitung gestört. Es gibt andere Zellen, die anstelle des Sinusknotens unkoordiniert elektrische Signale aussenden. Es entsteht ein elektrisches Chaos. Unregelmäßig kreisende Erregungswellen im Vorhof entstehen.

     

    Der Sinusknoten funktioniert nicht mehr als Taktgeber. Die Vorhöfe ziehen sich nicht mehr koordiniert zusammen. Über den AV-Knoten wird ein Teil der chaotischen Signale auf die Herzkammern übergeleitet. Die Frequenz kann auf über 100 Schläge pro Minute ansteigen und das Herz gerät aus dem Takt.
    Betroffene können die Rhythmusstörung als Herzstolpern oder Herzrasen empfinden, meist verbunden mit einem Gefühl der inneren Unruhe oder Angst. Vorhofflimmern kann auch mit einer mehr oder weniger starken Einschränkung der körperlichen Belastbarkeit verbunden sein, denn die ungeordnete Pumpfunktion reduziert die Herzleistung.

    . Dazu zählen Atemnot, Schwitzen, Brustschmerzen, Wassereinlagerungen (Ödeme) oder Schwindel.

    Am Anfang hört das Vorhofflimmern häufig innerhalb von 24 – 48 Stunden von allein wieder auf. Die Herzfrequenz normalisiert sich, das Herz kehrt in den Sinusrhythmus zurück. Passiert dies nicht, kann der Arzt versuchen durch Medikamente (medikamentöse Kardioversion) oder durch elektrische Impulse (elektrische Kardioversion) den normalen Herzrhythmus wiederherzustellen. Gefährlichste Folge des Vorhofflimmerns ist der Schlaganfall, der durch Blutgerinnsel ausgelöst wird, die sich in Nischen des Vorhofs bilden, den sogenannten Vorhofohren. Daher ist bei betroffenen Patienten meist eine Schlaganfall-Vorbeugung mit gerinnungshemmenden Medikamenten ratsam.

    Was sind die Symptome und Ursachen des akuten Koronarsyndroms?

    Starke Schmerzen im Brustbereich, die oft bis in Arme, Hals, Kiefer und Rücken ausstrahlen, deuten auf eine lebensbedrohliche Phase der koronaren Herzkrankheit (KHK) hin und erfordern unverzügliche medizinische Hilfe. Sieht der herbeigerufene Notarzt einen Hinweis auf eine Durchblutungsstörung des Herzens, stellt er meist die vorläufige Verdachtsdiagnose akutes Koronarsyndrom (ACS).[

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    Solange die Ursache nicht eindeutig ist, können sich hinter der Verdachtsdiagnose akutes Koronarsyndrom eine instabile Angina pectoris, ein Herzinfarkt sowie zahlreiche weitere Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder nicht-kardiovaskuläre andere Erkrankungen verbergen. Zur zügigen Abklärung können Arzt und Notfallteam vor Ort oder im Rettungswagen ein EKG erstellen und im Idealfall das Krankenhaus schon unterwegs über das Ergebnis informieren.[

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    Der akute Brustschmerz als typisches ACS-Symptom tritt oft zusammen auf mit Atemnot, Bauchschmerzen, Übelkeit und Schwindel, mit einem Engegefühl, blasser Haut und kaltem Schweiß. Betroffene, die älter sind als 75 Jahre, Frauen, Diabetiker und Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz oder Demenz haben zudem häufig völlig atypische Beschwerden.[

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    Ausgelöst wird das akute Koronarsyndrom, wenn sich Blutgerinnsel (Thromben) in den empfindlichen Herzkranzgefäßen bilden, die Arterien verengen oder sogar verstopfen und so die Blutversorgung des Herzmuskels beeinträchtigen. Bei anhaltenden Durchblutungsstörungen droht ein Herzinfarkt.[

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    • 1
      Pocket-Leitlinie: Akutes Koronarsyndrom ohne ST-Hebung (NSTE-ACS) (Version 2015) : European Heart Journal, 2015 – doi: 10.1093/eurheartj/ehv320
    • 2
      Post F et al., Internist 2010; 51 (8): 953-962.
    • 3
      Pocket-Leitlinie: Akutes Koronarsyndrom ohne ST-Hebung (NSTE-ACS) (Version 2015) : European Heart Journal, 2015 – doi: 10.1093/eurheartj/ehv320
    • 4
      Baer FM et al., in: Erdmann E, Klinische Kardiologie, Heidelberg 2011, S. 13–72.
    • 5
      Reinecke H et al., in: Greten H, Innere Medizin, Stuttgart 2010, S. 40-61.
    • 6
      Baer FM et al., in: Erdmann E, Klinische Kardiologie, Heidelberg 2011, S. 13–72.

    Koronare Herzerkrankung

    Die Herzkranzgefäße (Koronararterien) umgeben den Herzmuskel wie ein Kranz. Sie haben die Aufgabe, das Herz mit Blut und so mit dem lebenswichtigen Sauerstoff und mit Nährstoffen zu versorgen, damit der Herzmuskel mit voller Kraft das Blut durch den Körper pumpen kann. Kommt es im Zuge einer Arteriosklerose zu Fett- und Kalkablagerungen und damit zu den sogenannten Plaques in den Herzkranzgefäßen, so führt das zu Verengungen und zu einer Einschränkung des Blutflusses an der Engstelle (Stenose). Das Herz bekommt dann möglicherweise nicht mehr genügend Sauerstoff und Nährstoffe, um seiner Pumpfunktion voll nachzukommen. Im Volksmund spricht man oft auch von der „Gefäßverkalkung“.

    Je ausgeprägter die sich ausbildenden Plaques sind, umso stärker schränken sie den Blutfluss an der betreffenden Stelle ein und umso höher ist das Komplikationsrisiko. Denn die Plaques behindern nicht nur den Blutfluss. Sie können zum Beispiel aufreißen und es können sich Blutgerinnsel (Thromben) bilden. Diese können ihrerseits einen Gefäßverschluss verursachen und möglicherweise den Blutfluss regional sogar zum Erliegen bringen.

    Wie entsteht eine Lungenembolie?

    Die Entwicklung einer Thrombose hängt meist von verschiedenen Faktoren ab. Einer dieser Faktoren ist die gestörte Blutströmung. Der Blutstrom, der über die Beinvenen zurück zum Herzen fließt, wird durch die Venenklappen und die Muskelpumpe gewährleistet.

    Die Venenklappen sind taschenförmige Ausstülpungen auf der Innenseite der Venen, die gleich einem Rückschlagventil den Blutfluss in nur eine Richtung erlauben – nämlich zurück zum Herzen. Unterstützt wird dieser Transport durch die sogenannte Muskelpumpe. Dabei üben Fuß- und Beinmuskulatur Druck auf die Venen aus und verstärken den Blutfluss Richtung Herz.

    Ist dieser Mechanismus gestört, kann es zu einer Verlangsamung des Blutflusses kommen, was die Entstehung einer Thrombose und darauffolgend eine Lungenembolie begünstigen kann. Typische Situationen, die die Funktion der Muskelpumpe einschränken und somit die Entstehung einer Thrombose fördern, sind andauernde Bettlägerigkeit aufgrund einer Erkrankung oder die Ruhigstellung des Beines, zum Beispiel durch Gipsverbände.
    Ein weiterer Faktor zur Entwicklung einer Thrombose ist die Beschädigung der Gefäßwand. Diese kann z. B. bei Operationen, Verletzungen, Entzündungen der Venen oder bei Krampfadern (Varikose) auftreten. Wenn ein Gefäß beschädigt wird, setzt der Körper einen Prozess zur Heilung in Gang, die sogenannte Blutgerinnung. Wenn dieser normale Prozess krankhaft wird, bilden sich Gerinnsel innerhalb der Blutgefäße (Thrombus), die sich später ablösen können und in die Lunge gelangen.

    Eine Thrombose kann auch als Folge einer erhöhten Gerinnungsneigung auftreten. Unser Körper hat natürliche gerinnungsfördernde und -hemmende Substanzen, die im Gleichgewicht stehen. Der Mangel an einer der gerinnungshemmenden Substanzen kann zur erhöhten Gerinnungsneigung führen und damit zur Entwicklung einer Thrombose. Solche Mängel können vererbt oder erworben sein, z. B. durch Medikamente.

    Lungenembolie erkennen

    Die

    sind unspezifisch und daher oft nicht eindeutig zu erkennen. Patienten äußern jedoch häufig Beschwerden wie Atemnot, Schmerzen im Brustkorb, Synkope (Ohnmacht), Fieber, Husten und/oder blutigen Auswurf. Die Symptome sind meistens abhängig von der Größe des Gerinnsels (Embolus) und vom persönlichen Gesundheitszustand.

    Bei Verdacht auf eine Lungenembolie nimmt der behandelnde Arzt eine ausführliche Diagnostik vor. Abgefragt werden die persönliche und familiäre Krankheitsgeschichte, gefolgt von einer körperlichen Untersuchung. Weiterhin werden die sogenannten Vitalparameter ermittelt sowie eine Röntgenaufnahme des Brustkorbs, ein EKG und eine Blutgasanalyse erstellt. Anhand der Ergebnisse kann unterschieden werden zwischen Patienten, die ein niedriges oder ein hohes

    haben. Weitere Untersuchungen führen dann zum gesicherten Nachweis oder Ausschluss der Erkrankung.

     

    Diese Untersuchungen sind:

     

    Computertomografie:

    Mit einem speziellen Verfahren der Computertomografie kann eine Lungenembolie schnell und sicher erkannt oder ausgeschlossen werden. Diese Untersuchung erfolgt unter Röntgenstrahlung und erfordert die Verwendung von Röntgenkontrastmittel. Patienten mit Erkrankungen der Niere oder der Schilddrüse können daher nur mit besonderen Begleitmaßnahmen untersucht werden oder die Abklärung muss mit anderen bildgebenden Verfahren erfolgen.

     

     

     

    Szintigrafie:

    Eine Alternative zur Computertomografie stellt die Szintigrafie dar. Dabei wird eine geringe Menge radioaktiven Materials in die Vene gespritzt und die Verteilung des Materials in den Lungengefäßen wird mit einem Detektor aufgezeichnet. Sollte ein Blutgefäß in der Lunge verstopft sein, dann zeigt sich keine Radioaktivität oberhalb dieses Abschnittes. Die Strahlenbelastung ist bei der Szintigrafie zwar deutlich geringer als bei der Computertomografie, aber das Verfahren kommt wegen der seltenen Verfügbarkeit und der im Verhältnis zum modernen CT langen Untersuchungsdauer in der Regel nur noch bei Patienten zum Einsatz, die eine Kontrastmittelallergie oder andere Eigenschaften haben, die eine CT-Untersuchung verbieten.

     

     

     

    Echokardiografie:

    Diese Herzultraschalluntersuchung ist eine Routinemethode zur Diagnose von Herzerkrankungen. Sie erfolgt ohne Röntgenstrahlung. Durch die bildhafte Darstellung können krankhafte Veränderungen erkannt werden.

     

     

     

    D-Dimere:

    Diese sind bestimmte Abbauprodukte, die während der Entstehung und Auflösung von Blutgerinnseln gebildet werden. Sie können im Blut nachgewiesen werden. Bei D-Dimer-Spiegeln unter einem spezifischen Grenzwert ist eine Lungenembolie mit sehr hoher Sicherheit ausgeschlossen.

     

    Welche Ursachen gibt es?

    Für die Entstehung einer Thrombose ist häufig nicht nur eine einzelne Ursache verantwortlich, sondern es spielen verschiedene Faktoren eine mehr oder weniger bedeutsame Rolle.
     

     

    Gesunde Venenklappen und Muskelpumpe

     

    Der Rückfluss des Blutes über die Beinvenen wird durch die Venenklappen und die Muskelpumpe gefördert. Bei den Venenklappen handelt es sich um taschenförmige Ausstülpungen der Gefäßinnenwand, die wie eine Art Rückschlagventil funktionieren (siehe Abb.). Wenn sie gesund sind, lassen sie das Blut nur in eine Richtung, nämlich zurück zum Herzen fließen.

    Das Venenklappensystem wird durch die Muskelpumpe unterstützt. Zieht sich die Fuß- und Beinmuskulatur zusammen, wird Druck auf die Venen ausgeübt und das Blut wird zum Herzen hin gepresst. Durch die Bewegung der Muskeln wird der venöse Blutstrom verstärkt. Eine Verlangsamung des Blutflusses hingegen kann die Entstehung einer Thrombose begünstigen.
     

     

    Typische Situationen zur Entstehung einer Thrombose

     

    Typische Situationen, bei denen es zu einer

    kommt, sind Bettlägerigkeit aufgrund einer Erkrankung oder die Ruhigstellung des Beines, z. B. durch Gipsverbände. In diesem Zustand kann die Muskelpumpe in den Beinvenen nicht ausreichend arbeiten, sodass die Rückströmung des venösen Blutes nachlässt. Auch eine Schädigung der Venen – z. B. im Rahmen von größeren Operationen oder nach Unfällen – oder Erkrankungen wie Krebs oder Herzschwäche können die Entstehung einer Thrombose begünstigen.

    Pro Jahr sind etwa 90 bis 130 von 100.000 Menschen erstmals von einer Tiefen Venen-Thrombose betroffen; das entspricht etwa 0,1 % der Allgemeinbevölkerung. In Abhängigkeit von der Definition sowie von Alter, Geschlecht, ethnischer Zugehörigkeit und von zahlreichen Risikofaktoren kann die Häufigkeit stark schwanken.

    Grundsätzlich können Thrombosen in allen Blutgefäßen vorkommen, sowohl in den Arterien, die mit dem sauerstoffreichen Blut die Körperorgane versorgen, als auch in den Venen, die das sauerstoffarme Blut aus den Organen zur Lunge transportieren. Die Thrombose wird dementsprechend Arteriothrombose (Thrombose in den Arterien) oder Phlebothrombose (Thrombose in den Venen) genannt. 

    Im Gegensatz zu den oberflächlichen Venen, die unter der Haut als blaue Adern sichtbar sind, verlaufen die tiefen Venen eingebettet zwischen der Bein- bzw. Armmuskulatur und sind nicht sichtbar. Am häufigsten treten Thrombosen in den tiefen Bein- und Beckenvenen auf.

    Enstehung

    Bei der peripheren arteriellen Verschlusserkrankung (pAVK) handelt es sich um eine chronische Erkrankung der Blutgefäße in den Extremitäten, in aller Regel in den Beinen. Ursache ist im Allgemeinen eine Arteriosklerose, also eine Arterienverkalkung oder Gefäßverkalkung, wie der Volksmund sagt. Es kommt dabei zu Ablagerungen im Gefäßbett, wodurch sich das betroffene Blutgefäß einengt und der Blutfluss eingeschränkt wird.

    Es resultieren Durchblutungsstörungen, die den Patienten mit dem Fortschreiten der Gefäßveränderungen zunehmend Beschwerden machen.

    Oft sind bei Menschen mit pAVK nicht nur die Arterien der Beine verengt, sondern gleichzeitig die herz- und hirnversorgenden Arterien. Das erklärt, warum die Patienten nicht nur Beschwerden beim Gehen haben, sondern auch ein erhöhtes Risiko für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall aufweisen.

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