
Zur Differentialdiagnostik des HCC wird zunehmend leitliniengerecht die kontrastmittelgestützte MRT eingesetzt. Auch der Anteil triphasischer CT-Untersuchungen steigt an.
Präsentationstag: | 14.5.2026 |
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Autor: | mh/ktg |
Sprecher: | Sophia Blum, Dresden |
Quelle: | RöKo Leipzig 2026 |
2021 wurde die S3-Leitlinie zur Diagnostik und Therapie des hepatozellulären Karzinoms (HCC) aktualisiert zu Version 2.0. Wichtige Neuerung zu diesem Zeitpunkt: Zur Differentialdiagnostik des HCC wird nun die kontrastmittelgestützte MRT empfohlen. (Anmerkung: Die derzeit aktuellste Version 5.2 vom Juni 2025.)
Sophia Blum, Uniklinikum Dresden, hat untersucht, wie dies die Prävalenz leitliniengerechter Diagnostik zur HCC-Abklärung beeinflusst und wie sich die Änderungen auf Tumorstadien und Anzahl der Herde auswirken.
Fazit
- Der Anteil der MRT-Untersuchungen mit Kontrastmittel-Dynamik nimmt nach Aktualisierung der Leitlinie 2021 kontinuierlich zu – ein Hinweis auf die erfolgreiche Adaption der veränderten Empfehlungen zur MRT-Diagnostik.
- Die CT spielt für die Detektion von HCC und biliären Karzinomen weiterhin eine große Rolle. Der Anteil an triphasischen CT-Untersuchungen steigt kontinuierlich und signifikant an.
- Die Wahrscheinlichkeit einer ‚trimodalen Abklärung’ (CT + MRT + Ultraschall) stieg nach der Aktualisierung um jährlich 19%.
Es gab im Untersuchungszeitraum keine Verschiebung hin zu höheren Tumorstadien oder mehr Herden bei initial schon hohem Anteil an MR-Diagnostik.
Methoden der retrospektive Analyse
- Stichtag der Leitlinien-Änderung: 1.7.2021
- 366 Patient:innen mit HCC-Erstdiagnose in den Jahren 2019 bis 2023
- Analyse vor/nach Stichtag von
- Anteil an MRT-Untersuchungen mit Kontrastmittel-Dynamik
- Anteil an triphasischen CT-Untersuchungen
- Häufigkeit von MRT, CT und Ultraschall
Wesentliche Ergebnisse
- 249/366 Patient:innen (68%) erhielten eine MRT
- 331/366 Patient:innen (90%) erhielten eine CT
- Nach Stichtag stieg der Anteil der MRT-Untersuchungen mit Kontrastmittel-Dynamik signifikant von 89% (107/120) auf 94% (122/129)
- Nach Stichtag stieg der Anteil triphasischer CT-Untersuchungen (spätarterielle/portalvenöse/spätvenöse Phase) von 32% (55/171) auf 59% (94/160).
- Im Zeitverlauf keine Verschiebung zu mehr dokumentierten Herden
- Im Zeitverlauf sehr schwacher, nicht signifikanter Anstieg der Tumorstadien
- Die Wahrscheinlichkeit, drei Modalitäten zur HCC-Abklärung zu erhalten (CT+MRT+US) stieg um rund 19% jährlich.
