Röko Leipzig Messe

Den deutschen Hausärztinnen und Hausärzten fehlt es aktuell noch an Kenntnissen zur Koronar-CT-Angiographie (CCTA) als neuem Teil der ambulanten Versorgung von KHK-Patient:innen. Das zeigt eine Befragung unter bayerischen Hausärzt:innen. 

Präsentationstag:

15.5.2026

Autor:

mh/ktg

Sprecher:

Max-Johann Sturm et al., Uniklinikum Würzburg

Quelle:

RöKo Leipzig 2026

Hintergrund: CCTA als neue ambulante GKV-Leistung

2025 wurde die CCTA in den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen übernommen als neuer diagnostischer Standard in der ambulanten Versorgung der KHK. Bei Indikationsstellung und Überweisung kommt den Hausärzt:innen eine neue und zentrale Rolle zu.

 

Mangelnde Kenntnisse, diagnostische Unsicherheit, fehlende radiologische Anbieter

20 Hausärzt:innen gaben umfassend Auskunft – „die geringe Responserate ist leider typisch in der Versorgungsforschung“, bedauerte Autor Max-Johann Sturm, Uniklinikum Würzburg, beim Röntgenkongress 2026.

Das Feedback der Befragten war geteilt: Eine knappe Hälfte zeigte sich zurückhaltend hinsichtlich künftiger Überweisungen ihrer Patient:innen zur CCTA. Sie benannten ein hohes Maß an Unsicherheit bei der CCTA-Indikationsstellung – der Mittelwert der Selbsteinschätzung lag bei 2,7 ± 1,1 (1=„sehr sicher“ bis 4 „sehr unsicher“). Zusätzlich gab es die Sorge, mit der CCTA tendenziell zu einer Überversorgung beizutragen.

Die andere Hälfte zeigte sich grundsätzlich dafür aufgeschlossen, künftig mehr Patient:innen zur CCTA zu überweisen. Als hinderlich wurden unter anderem beschrieben, dass derzeit noch zu wenige radiologische Praxen die CCTA als Kassenleistung anbieten. 

„Dass die Hausärzte mit der ambulanten CCTA das Heft des Handelns wieder mehr selbst in die Hand bekommen könnten, wird von ihnen noch nicht als Vorteil wahrgenommen“, so das Resümee des Autors. Derzeit gebe es innerhalb der Ärzteschaft noch kaum namhafte Initiativen, den Kenntnisstand der Hausärzt:innen zu verbessern. 

„Vielleicht sollte ein Team von zehn Radiologen beim Jahreskongress der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM) antreten und Informationsangebote machen“, wurde aus der Zuhörerschaft angeregt.

 

Zur Online-Befragung

Befragt wurden gezielt die Hausärzt:innen, die dem Bayerischen Forschungsnetz in der Allgemeinmedizin angehören. Abgefragt wurden Kenntnisse und Einstellungen zur CCTA sowie ihr persönliches diagnostisches Vorgehen bei Verdacht auf KHK. Die Befragung fand in der ersten Jahreshälfte 2025 statt.