Röko Leipzig Messe

Terminversäumnisse verursachen radiologischen Praxen substanzielle wirtschaftliche Verluste. Die so verursachten Ausfallzeiten hat ein Radiologe für drei Praxen in Ostfriesland über einen Zeitraum von 15 Jahren analysiert.
 

Präsentationstag:

13.5.2026

Autor:

mh/ktg

Sprecher:

Bernd Mrosek, Aurich

Quelle:

RöKo Leipzig 2026

Fazit
 

  • Terminversäumnisse verursachen radiologischen Praxen substanzielle wirtschaftliche Verluste. 
  • Ein Termin-Erinnerungsservice hilft, diese Verluste zu minimieren. 
  • Das Vereinbaren eines Ausfallhonorars trägt erfahrungsgemäß zu besserer Compliance der Patient:innen bei, selbst wenn es nicht eingefordert wird. 
     

Methoden
 

  • Daten aus drei radiologischen Niederlassungen (Aurich, Emden, Norden) aus den Jahren 2010 bis 2024 
  • Erfassung der ohne vorherige Absage nicht zur Untersuchung erschienenen Patient:innen („No-Shows“) nach  
  • vier Zeitfenstern (früh, vormittags, nachmittags, abends) 
  • Wochentagen 
  • Geschlecht 
  • Versicherung 
  • Um das zeitliche Ausmaß der Ausfälle zu quantifizieren, wurde für jede Untersuchungsmodalität eine spezifische Zeitspanne zugrunde gelegt: CT 10-20 Minuten, Mammographie 15-20, MRT 15-30, Nuklearmedizin 15-20 
     

Wesentliche Ergebnisse
 

  • In 15 Jahren haben die beteiligten Praxen 11.363 No-Shows erfasst. 
  • Rund 95% der Nicht-Erschienenen waren GKV-versichert (114 Krankenkassen in der Stichprobe). 
  • 51,4% der No-Shows waren Frauen (Daten ohne Mammographie). 
  • 72% der Terminversäumnisse lagen vor 12:00 mittags. 35% aller Versäumnisse entfallen allein auf das frühe Zeitfenster von 7:30 bis 9:00 Uhr. 
  • Dienstag war der Wochentag mit den höchsten Ausfallzeiten. 
  • Das Jahr mit den meisten Terminversäumnissen war 2012 (n=1.005), die wenigsten gab es 2015 (n=606).  
  • Über den gesamten Zeitraum lagen die summierten Ausfallzeiten von 11.363 No-Shows bei geschätzt 315-552 Tagen. 
     

Gegenmaßnahmen: Erinnerungsservice und Ausfallhonorare 
 

In der Diskussion empfahl Ulrike Engelmayer (Radiologie-Zentrum Schwabmünchen) einen

Termin-Erinnerungsservice
per SMS oder E-Mail – eine Praxis, die darauf verzichte, müsse mit deutlich höheren Ausfallzeiten rechnen.  

Ausfallhonorare
werden in ihrer Praxis noch nicht lange vertraglich vereinbart, berichtete Engelmayer. Wird ein Ausfallhonorar – in der Regel von 40 EUR – eingefordert, zahle erfahrungsgemäß nur jeder zweite Patient. 

Bei Terminbuchung online kommt die Vereinbarung automatisch zustande. Einige Online-Terminanbieter fordern selbsttätig das Ausfallhonorar ein, wenn ein Termin ohne Absage nicht wahrgenommen wurde.  

Selbst wenn Ausfallhonorare nicht eingefordert werden, tragen sie dazu bei, die Compliance der Patient:innen zu verbessern, so Engelmayer.