Smartes Protokoll kann Kontrastmitteldosis bei CT Thorax/Abdomen/Becken in der onkologischen Nachsorge senken
| 04.05.2026 |
|---|---|
| Journal of Computer Assisted Tomography 2026 April |
| Comparison Between Weight-Based Variable-Voltage and Fixed Volume-Voltage Protocols in Cancer Surveillance Computed Tomography |
| Ipsen J et al. |
Fazit
Bei onkologischen Patient:innen reduziert ein smartes gewichtsbasiertes Kontrastmittelprotokoll (CT-Injektor: MEDRAD® Centargo von Bayer mit //Smart Protocols) mit variabler Röhrenspannung das Kontrastmittelvolumen signifikant. Das zeigt der Vergleich zu einem Protokoll mit fixer Kontrastmittelmenge und fixer Röhrenspannung.
Dies gelingt, ohne die Strahlendosis zu erhöhen oder die Kontrastverstärkung zu beeinträchtigen.
Hintergrund: Kontrastmittel-Reduktion hat mehrere Vorteile
Ein reduzierter Kontrastmittelverbrauch erhöht die Sicherheit für Patient:innen, ist wirtschaftlich sinnvoll und schont die Umwelt.
Ob sich die CT-Kontrastmitteldosis mit einem gewichtsbasierten Kontrastmittel-Protokoll mit variabler Röhrenspannung (SMART-Protokoll) senken lässt im Vergleich zu einem Protokoll mit fixer Kontrastmittelmenge und fixer Röhrenspannung (OLD-Protokoll), untersuchte eine australische Studie an onkologischen Patient:innen mit CT von Thorax, Abdomen und Becken.
Zudem analysierten von Ipsen et al., wie das smarte Protokoll die Kontrastverstärkung beeinflusst.
Methoden der retrospektiven Studie
Insgesamt 149 Patient:innen mit malignen Erkrankungen unterzogen sich jeweils zwei CT-Untersuchungen von Thorax, Abdomen und Becken im Rahmen der onkologischen Nachsorge (Surveillance-CT): einer Untersuchung nach dem Referenzprotokoll (OLD-Protokoll) und einer Untersuchung nach dem gewichtsadaptierten Protokoll (SMART-Protokoll). Der zeitliche Abstand zwischen beiden Untersuchungen betrug in der Regel etwa drei Monate.
MEDRAD® Centargo von Bayer mit
- OLD-Protokoll: 100 ml Kontrastmittel (350 oder 370 mgI/ml) + 120 kVp Röhrenspannung + adaptive mAs-Modulation
- SMART-Protokoll: Kontrastmittel 320 mgI/kg Körpergewicht + variable Röhrenspannung + adaptive mAs-Modulation
- Kontrastmittelvolumen
- CT-Kontrast in Hounsfield Units (HU) in Aorta ascendens, Truncus pulmonalis, rechtem Vorhofohr, mittlerer Vena hepatica, Hauptportalvene und Nierenrinde
- Dosis-Längen-Produkt (DLP, mGy/cm) und CT-Dosisindex (CTDIvol, mGy).
Wesentliche Ergebnisse: Weniger Kontrastmittel und Strahlendosis bei vergleichbarem Kontrast
Das SMART-Protokoll verwendete weniger Kontrastmittel pro Patient:in mit einem medianen Volumen von 80 gegenüber 100 ml – eine absolute Reduktion um 20 Prozent.
Quantitative Messungen der Kontrastverstärkung zeigten im SMART-Protokoll an allen Stellen nicht-inferiore HU-Werte.
Zugleich kam das SMART-Protokoll mit geringerer Strahlenexposition aus:
- DLP-Reduktion um 19 %
- CTDIvol-Reduktion um 9 %
Damit bestätigt die aktuelle Studie eine vorausgegangene Metaanalyse () mit Daten von insgesamt 3.133 Patient:innen. Individualisierte Kontrastmittelprotokolle führten dort zu einer Kontrastmittelreduktion von durchschnittlich 17,7%.