Leber-MRT: Weniger arterielle Artefakte bei auf Körpertemperatur angewärmter Gadoxetsäure

| 24.2.2026 |
|---|---|
| European Journal of Radiology 2026, Volume 192, 112384 |
| Effect of warming gadoxetic acid on arterial-phase artifacts in dynamic liver MRI: A prospective single-center study |
| Ishimatsu K et al. Zur Originalstudie |
Fazit: Angewärmt weniger Artefakte
Wird Gadoxetsäure als Kontrastmittel für die MRT der Leber vor der Injektion auf Körpertemperatur erwärmt, könnte das dazu beitragen, die Artefakte in der arteriellen Phase zu reduzieren.
Hintergrund: Artefakt-Anfälligkeit in der arteriellen Phase
Gadoxetsäure ist ein hepatozytenspezifisches MRT-Kontrastmittel zur Detektion und Charakterisierung von Leberläsionen. Es ermöglicht sowohl die dynamische kontrastverstärkte Bildgebung als auch die Bildgebung in der hepatobiliären Phase.
Allerdings ist die MRT-Bildgebung mit Gadoxetsäure in der arteriellen Phase anfälliger für Artefakte als bei Verwendung unspezifischer, extrazellulärer MRT-Kontrastmittel.
Ziel der Studie war es zu untersuchen, ob die Erwärmung von Gadoxetsäure die Häufigkeit und den Grad von Artefakten in der arteriellen Phase der MRT beeinflusst.
Methodik der prospektiven, monozentrischen Studie
- 271 Patient:innen mit Gadoxetsäure-verstärkter MRT zwischen April 2016 und November 2017 bzw. zwischen Juni und November 2018
- Gadoxetsäure entweder auf Körpertemperatur erwärmt (37°C, n = 134) oder nicht erwärmt (24°C, n = 137)
- i.v. Gabe von Gadoxetsäure in einer Dosierung von 0,025 mmol/kg über 5 Sekunden (Injektionsrate 0,6-1,9 ml/s)
- Atemanhaltezeit für jede Phase: 20 Sekunden
Vorhandensein und ggf. Schweregrad der Artefakte in der Präkontrast-, arteriellen und portalvenösen Phase wurde anhand einer Vier-Punkte-Skala (1= artefaktfrei, 4 = nicht diagnostisch) bewertet und zwischen den Gruppen verglichen.
Wesentliche Ergebnisse
Kein signifikanter Unterschied hinsichtlich Gesundheitsstatus der 271 Patient:innen (Durchschnittsalter 64±14 Jahre, 149 Männer) einschließlich des Vorkommens von Pleuraerguss, Aszites, Zirrhose und Lungenerkrankungen.
- Die durchschnittliche Artefaktbewertungin der arteriellen Phase war in der Gruppe mit angewärmtem Kontrastmittel signifikant besser als in der 24°C-Gruppe (1,4 ± 0,8 vs. 1,6 ± 0,9).
- In der präkontrast- und der portalvenösen Phase wurde kein signifikanter Unterschied zwischen beiden Gruppen beobachtet.
- Die Rate signifikanter Artefakte(Score 3 oder 4) in der arteriellen Phase war in der Gruppe mit angewärmtem Kontrastmittel signifikant niedriger als in der 24°C-Gruppe (11,2% vs. 21,1%).