
Bluterkrankheit - Kind zu Hause spritzen
Bei Hämophilie gibt es verschiedene Therapieoptionen, vor allem beim Typ A. Die bis heute gängigste Behandlungsform der Hämophilie ist die Faktorersatztherapie, auch Substitutionstherapie genannt. Dabei muss das Faktorpräparat in die Vene verabreicht werden, damit es unmittelbar dorthin gelangt, wo der Körper es braucht.
Die gute Nachricht: Moderne Medikamente sind hoch wirksam und ermöglichen Ihrem Kind mit Hämophilie heute ein fast normales Leben. Und das Spritzen kann man lernen. Irgendwann ist es für kleine und große Hämophilie-Patienten meist selbstverständlich, sich regelmäßig zu spritzen.
Die ersten Spritzen
Wenn Ihr Kind mit einem Faktorpräparat behandelt wird, muss der Faktor in die Vene gespritzt werden. Das eigene Kind zu spritzen oder spritzen zu lassen, fällt allen Eltern zunächst schwer. Um Ihnen den Einstieg in die Heimselbstbehandlung zu erleichtern, gibt es gute Ratgeber, Kurse und Hilfsmittel – und geschulte Fachkräfte, die Sie jederzeit unterstützen. Ihr Hämophilie-Zentrum ist auch hierfür die erste Adresse.
Möglich ist auch eine vorübergehende Betreuung durch eine Hämophilie-Fachkraft bei Ihnen zuhause. Dabei lernen Sie und Ihr Kind zusammen mit einer geschulten Pflegekraft den selbstbewussten und selbstbestimmten Umgang mit dem Faktorpräparat.
Meist beginnt man bei Kindern im Alter von etwa einem Jahr mit der eigentlichen Therapie. Bei einer schweren Hämophilie wird das Medikament regelmäßig vorbeugend gespritzt, damit es gar nicht erst zu Blutungen kommt. Diese Form der Behandlung nennt man Prophylaxe. Gerade kleine Kinder gewöhnen sich schnell an die Therapie. Die gut geschulten Ärzte oder speziell ausgebildeten Hämophilie-Assistentinnen im Hämophilie-Zentrum bereiten Sie darauf vor und schulen Sie im Umgang mit der Anwendung.
Kinder mit einer milden Hämophilie bekommen bei Blutungen oder Operationen eine Therapie mit Gerinnungsfaktor. Eine Prophylaxe ist in der Regel nicht erforderlich. Bei kleineren Blutungen gibt es für Kinder mit einer milden Hämophilie A ab dem vierten Lebensjahr eine Alternative zur Behandlung mit Gerinnungsfaktor. Fragen Sie in Ihrem Hämophilie-Zentrum nach den Möglichkeiten.


