Seit ihrer Einführung Mitte der 1990er Jahre hat sich die „hochaktive antiretrovirale Therapie (HAART)“ für die Kontrolle von HIV-Infektionen als wirksam erwiesen. Klinische Studien haben allerdings gezeigt, dass die HAART leberschädigend sein kann und mit einem erhöhten Risiko für Leberfunktionsstörungen einhergeht. Vieles spricht jedoch dafür, dass eine hochaktive antiretrovirale Therapie bei HCV/HIV-Co-Infektionen das Fortschreiten zur Lebererkrankung im Endstadium verlangsamt und die Überlebenszeit der betroffenen Patienten verlängert.
Das interdisziplinäre Team des Hämophilie-Zentrums, das eng mit Spezialisten für Leber- und Infektionskrankheiten zusammenarbeitet, spielt bei der Beurteilung, Behandlung und Überwachung von Patienten eine wichtige Rolle.
Sie erinnern sich sicherlich auch noch an die Stigmatisierung von Patienten mit HIV. Und so mancher infizierte Hämophilie-Patient verheimlicht bis heute diese Diagnose vor seinen Familienangehörigen, Freunden und dem Arbeitgeber. Zur Überwindung von Ängsten und Vorurteilen bieten die Hämophiliezentren kompetente Beratung durch Psychologen an. Damit sollen Patienten bei der Ausübung ihrer Alltagsaktivitäten unterstützt werden. Scheuen Sie sich also nicht nachzufragen!
Psychologen als Teil des Hämophilie-Behandlungsteams können bei einer Depression adäquate Beratung anbieten bis hin zur Frage einer möglicherweise sinnvollen Behandlung mit Antidepressiva. Psychologen können auch für schwierige Themen wie Ansteckungsgefahr, Ausgrenzung, mangelndes Vertrauen, Ablehnung und Wut wichtige Hilfestellungen geben. Auch Geldsorgen können Sie offen ansprechen. Auch hier kann das Hämophilie-Behandlungsteam eine wichtige Hilfestellung leisten.