Moderne Behandlung setzt auf mehrere Bausteine
Die Behandlung der Herzinsuffizienz mit reduzierter Ejektionsfraktion (HFrEF) verfolgt mehrere Ziele: Beschwerden wie Luftnot, Müdigkeit und Wassereinlagerungen sollen gelindert, die körperliche Belastbarkeit verbessert und das Risiko für weitere Verschlechterungen oder Krankenhausaufenthalte reduziert werden. Da HFrEF eine chronische Erkrankung ist, wird die Therapie langfristig angelegt und regelmäßig an den Krankheitsverlauf angepasst.
Therapieziele bei HFrEF
Ein zentrales Ziel ist es, das Herz zu entlasten und die Versorgung des Körpers mit Blut und Sauerstoff zu stabilisieren. Gleichzeitig sollen erneute Dekompensationen vermieden werden, denn jede Verschlechterung kann den weiteren Verlauf ungünstig beeinflussen. Deshalb ist es wichtig, Symptome frühzeitig wahrzunehmen und die Therapie konsequent fortzuführen.
Nicht-medikamentöse Maßnahmen
Neben Medikamenten spielen Lebensstil und Selbstmanagement eine wichtige Rolle. Dazu gehören regelmäßige ärztliche Kontrollen, eine angepasste körperliche Aktivität, Rauchstopp, eine herzgesunde Ernährung sowie das Beobachten von Gewicht, Blutdruck und Beschwerden. Eine rasche Gewichtszunahme, zunehmende Luftnot oder neue Schwellungen können Warnzeichen sein und sollten ärztlich abgeklärt werden.
Die vier medikamentösen Therapiesäulen
Bei HFrEF stehen heute mehrere Wirkstoffklassen im Mittelpunkt, die unterschiedliche krankheitsrelevante Mechanismen adressieren. Zu den zentralen Säulen zählen Medikamente, die das Renin-Angiotensin-Aldosteron-System beziehungsweise die Gefäß- und Herzbelastung beeinflussen, Betablocker zur Entlastung des Herzens und zur Rhythmusstabilisierung, Mineralokortikoid-Rezeptorantagonisten sowie SGLT2-Hemmer. Gemeinsam können diese Therapiebausteine dazu beitragen, Symptome zu verbessern, das Risiko für Hospitalisierungen zu senken und den Krankheitsverlauf positiv zu beeinflussen.
Für Patienten mit HFrEF, die nach einer Dekompensation trotz leitliniengerechter Basistherapie weiterhin symptomatisch sind, kann zudem die Stimulation des NO-sGC-cGMP-Signalwegs eine zusätzliche Therapieoption darstellen. Bei Herzinsuffizienz ist dieser Signalweg häufig beeinträchtigt, da die Verfügbarkeit von Stickstoffmonoxid (NO) reduziert ist und dadurch die Aktivität der löslichen Guanylatcyclase (sGC) sowie die Bildung des Botenstoffs cGMP abnehmen. Die sGC-Stimulation setzt an diesem gestörten Signalweg an und zielt darauf ab, die myokardiale und vaskuläre Funktion zu unterstützen. Für Patienten nach einer kürzlich aufgetretenen Dekompensation wird sie als ergänzende Therapie zur bestehenden HFrEF-Behandlung beschrieben.
Gemeinsam können diese Therapiebausteine dazu beitragen, Symptome zu verbessern, das Risiko für Hospitalisierungen zu senken und den Krankheitsverlauf positiv zu beeinflussen.
Ergänzend können entwässernde Medikamente eingesetzt werden, wenn Flüssigkeitseinlagerungen, Ödeme oder Atemnot im Vordergrund stehen. Sie dienen vor allem der Symptomkontrolle und helfen, den Körper von überschüssiger Flüssigkeit zu entlasten.
Therapie regelmäßig überprüfen
Die HFrEF-Therapie sollte individuell geplant und im Verlauf regelmäßig kontrolliert werden. Dabei werden unter anderem Symptome, Blutdruck, Herzfrequenz, Nierenfunktion, Elektrolyte und die Verträglichkeit der Medikamente berücksichtigt. Ziel ist es, die Behandlung möglichst konsequent umzusetzen und gleichzeitig sicher an die Situation der Patientin oder des Patienten anzupassen.
Wichtig ist: Veränderungen der Therapie sollten immer ärztlich begleitet werden. Gerade nach einer Verschlechterung der Herzinsuffizienz kann eine zeitnahe Kontrolle entscheidend sein, um erneute Dekompensationen zu vermeiden und die Behandlung optimal auszurichten.
