Viele Erkrankungen können heute durch geeignete Medikamente wirksam gelindert oder sogar geheilt werden. Dazu gehören zum Beispiel Präparate, die den Blutdruck senken oder den Blutzuckerspiegel regulieren können oder zur Krebstherapie eingesetzt werden. Durchschnittlich erhält jeder Deutsche 11 Medikamente pro Jahr. Bei den über 60-Jährigen sind es sogar rund 23 Medikamente pro Jahr. Da alle Medikamente Nebenwirkungen verursachen können, wägen Ärzte bei jedem Patienten individuell ab, in welchem Verhältnis der erwartete Nutzen zu einem möglichen Risiko steht. Nebenwirkungen können sehr unterschiedlich ausfallen. Sie reichen von leichten Symptomen wie zum Beispiel Übelkeit, Kopfschmerzen oder Hautausschlag bis zu schweren Nebenwirkungen wie Herzrhythmusstörungen oder Leberschäden. Im schlimmsten Fall können sie sogar zum Tod führen. Ob Nebenwirkungen auftreten, ist oft nicht vorhersehbar. Sie können zum Beispiel durch individuelle genetische Faktoren verursacht werden. Auch Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten oder Nahrungsmitteln können Nebenwirkungen auslösen. Leider können Nebenwirkungen nie ganz ausgeschlossen werden. Glücklicherweise treten schwere Nebenwirkungen bei den meisten Patienten sehr selten auf. Es profitieren also mehr Menschen von einer Therapie, als dass sie unter auftretenden schweren Nebenwirkungen leiden. Informieren Sie sich stets über den Nutzen und mögliche Risiken, die mit der Einnahme von Medikamenten verbunden sein können. Lesen Sie immer den Beipackzettel und nutzen Sie auch das Beratungsgespräch mit Ihrem Arzt oder Apotheker, um sich über mögliche Nebenwirkungen zu informieren. Wenn Sie mit Ihrem Arzt sprechen, vergessen Sie nicht, andere Medikamente zu erwähnen, die Sie gerade einnehmen. Überlegen Sie auch, ob in Ihrer Familie möglicherweise bereits andere Krankheiten oder Unverträglichkeiten aufgetreten sind. Nehmen Sie nur Medikamente ein, die Ihnen persönlich verschrieben wurden. Alle zugelassenen Medikamente profitieren von der Tatsache, dass unglaublich viele Daten zu den gewollten sowie ungewollten Wirkungen gesammelt und ausgewertet werden – nicht nur während der Entwicklung, sondern auch nach Einführung eines Medikaments. Die entsprechenden Informationen fließen in den Beipackzettel ein und helfen Ihnen dabei, individuell zwischen Nutzen und Risiko abzuwägen. Vergessen Sie außerdem nicht, Ihren Arzt oder Apotheker nach dem Nutzen und möglichen Risiken eines Medikaments zu fragen, das Ihnen verschrieben wird. Bei Fragen finden Sie weitere Informationen auf den Internetseiten der Gesundheits- oder Zulassungsbehörde in Ihrem Land. Scheuen Sie sich auch nicht, den Arzt oder Apotheker zu befragen, wenn Sie mehr Informationen benötigen. Es ist wichtig, dass Sie verstehen, warum Ihnen ein Medikament verschrieben wird, wie es funktioniert und welche möglichen Risiken mit der Einnahme verbunden sein können