Ein neuer Lebensabschnitt - Uschis Weg durch die Wechseljahre
Ich bin Uschi Frei, ich bin jetzt fast 58 Jahre alt. Ich bin OP- und Anästhesieschwester, gleichzeitig Sängerin, ein bisschen Schauspielerin, Mutter von zwei wundervollen Töchtern und ja: I'm here to help.
Uschi Frei in ihrem Element. Sie macht Aufnahmen für Social Media. Ihr Thema: die Wechseljahre.
Uschi geht es heute gut. Ihr einziges Handicap ist gerade eine Knöchelverletzung. Ihre Wechseljahre machten sich vor rund zehn Jahren zum ersten Mal bemerkbar, und das durchaus spektakulär.
Es gab einen Vorfall tatsächlich. Ich bin im OP, ich bin OP-Schwester, im OP umgekippt und meine Kollegen und der anwesende Anästhesist haben mich mit Verdacht auf Herzinfarkt direkt in die Zentralambulanz geschleppt, weil sie dachten, ich hätte einen Infarkt gehabt. War Gott sei Dank nicht so. Das waren die ersten Zeichen meiner Wechseljahre.
Danach ging es los mit Hitzewellen und ganz massiv nicht schlafen können. Eine Nacht nicht schlafen geht. Zwei geht auch noch. Aber wenn man das eine ganze Woche macht oder sogar mehrere Wochen, dann ist man erschöpft, man ist kaputt, man kann keine Leistung erbringen, man ist ein anderer Mensch. Nicht schön.
Wechseljahre machen sich bei jeder Frau unterschiedlich bemerkbar. Eines von Uschis Symptomen: Ihr wurde immer wieder plötzlich heiß.
Die Hitze ist gruselig. Diese plötzlich auftretenden Hitzewallungen. Das ist jetzt nicht so wie: Du gehst in die Sonne und dir wird warm. Du stehst da, unterhältst dich und auf einmal läuft dir das Wasser sprichwörtlich den Hintern runter. Unangenehm in den unpassenden Situationen. Möchte man nicht.
Und dann war da noch die Sache mit Uschis Stimmungen.
Ja, die Stimmung. Die Stimmung der Frau wird ja sowieso sehr viel diskutiert. Also: „Hast du deine Tage?“ oder „Bist du gerade prämenstruell?“ Natürlich, wir sind durch den Zyklus ja sowieso diesen Stimmungsschwankungen ausgesetzt. Ich habe selber gemerkt: Ich war noch nie so weinerlich und so emotional wie zum Anfang der Wechseljahre. Ich habe mich selbst nicht wiedererkannt. Und das ist auch nicht schön, wenn ich plötzlich so ein anderer Mensch bin aufgrund der hormonellen Situation.
Eine Situation, die Uschi nicht einfach aushalten will. Sie holt sich Hilfe.
Tatsächlich habe ich mich beraten lassen bei meinem Gynäkologen. Ich habe erst versucht, mit pflanzlichen Mitteln dem Einhalt zu gebieten und da so ein bisschen aufhaltend zu arbeiten. Habe aber relativ schnell festgestellt, dass das für mich nicht ausreicht und habe dann auf eine Hormonersatztherapie zurückgegriffen.
Gott sei Dank muss man die Wechseljahre nicht aushalten. Die Medizin ist mittlerweile so weit fortgeschritten, dass man nichts mehr aushalten muss. Es gibt Mittel und Wege, etwas dagegen zu unternehmen. Auch die positive persönliche Einstellung ist immer ganz wichtig, aber man kann mit entsprechenden Therapien und Ersatzmitteln eingreifen.
Und Mädels, ihr müsst nichts aushalten. Lasst euch helfen, redet mit Menschen und tut etwas dagegen. Bitte.
Möglichkeiten gibt es mittlerweile viele: Neben Lebensstiländerungen, pflanzlichen Präparaten, Verhaltenstherapie und anderen nicht-hormonellen Medikamenten steht für Frauen, die keine Hormone nehmen wollen, mittlerweile die neue Klasse der NKT zur Verfügung.
Der wichtigste Tipp ist: Redet mit euren Freundinnen, redet mit eurem Partner, redet mit euren behandelnden Ärzten. Dann geht es einem schon besser. Und geht offen damit um. Das hilft.
