Da Javier sehr fit war und erst kürzlich einen Marathon gelaufen war, schien die Vorstellung, dass er einen Schlaganfall erleiden könnte, unmöglich. Doch das Unmögliche geschah. Und zwar in mehreren Wellen.
Javier erlitt sage und schreibe drei Schlaganfälle. Er beschreibt es als einen Tsunami, der nicht nur ihn, sondern auch seine Familie mitriss. Er verlor die Kontrolle über seinen Körper, seine Stimme und seine Selbstständigkeit.
Seine Geschichte ist eine Geschichte von Widerstandskraft und der Entschlossenheit, wieder auf die Beine zu kommen – nicht nur für sich selbst, sondern auch für seine Familie. Doch hinter seiner unerschütterlichen Entschlossenheit verbirgt sich eine anhaltende Angst: die Möglichkeit, dass ein weiterer Schlaganfall ohne Vorwarnung zuschlagen und ihm alles wieder wegnehmen könnte, wofür er so hart gekämpft hat.
„Ich bin Javier, Ehemann und Vater, und ich musste wieder laufen, sprechen und leben lernen.“
– Javier Martín
Welche Meilensteine sind Ihnen auf Ihrem Weg der Genesung besonders in Erinnerung geblieben?
„Als ich zum ersten Mal wieder stehen konnte, war das fantastisch. Als ich zum ersten Mal wieder laufen konnte – unglaublich. Und als ich zum ersten Mal wieder die Treppe hinaufgehen konnte – unglaublich.“ – Javier Martín
Was sind Ihre Hoffnungen für die Zukunft?
„Ich werde versuchen, wieder zu arbeiten. Wenn mir das nicht gelingt, müssen wir auf jeden Fall mit Stiftungen zusammenarbeiten …, um Menschen zu helfen, die als Patient*innen oder Pflegekräfte unter dieser Situation leiden.“ – Javier Martín

Das Unsichtbare sichtbar machen: ein Blick auf die verborgenen Kämpfe von Schlaganfall-Patient*innen
Alle Schlaganfall-Patient*innen haben ihre eigene Geschichte. Oft handelt sie von Trauma, Widerstandsfähigkeit und unerschütterlicher Entschlossenheit. Doch während die Betroffenen versuchen, durchzuhalten und ihr Leben wieder aufzubauen, bleibt die Angst vor einem weiteren Schlaganfall bestehen. Diese Last teilen auch ihre pflegenden Angehörigen – ein stiller Kampf gegen das Unvorhersehbare.
Drei mutige Schlaganfall-Patient*innen haben gemeinsam mit ihren pflegenden Angehörigen ihre Herzen und ihr Leben geöffnet, um ihre Erfahrungen zu teilen. Ihre Geschichten offenbaren nicht nur die Last der Ungewissheit, sondern auch die Hoffnung und Menschlichkeit, die sie vorantreiben. Ihre Erfahrungen und Emotionen wurden von bildenden Künstler*innen in sechs Kunstwerke umgesetzt. Jedes Werk erzählt eine sehr persönliche Geschichte.
„Machen wir sichtbar“ lädt uns dazu ein, das Verborgene zu erkennen und Maßnahmen zu ergreifen, um das zu verhindern, was vermeidbar ist. Denn ein zweiter Schlaganfall verdient einen zweiten Blick.

Dodo Newman – Die Künstlerin
Dodo Newman, eine in Deutschland lebende internationale Künstlerin, stellte fest, dass das Projekt tief mit ihrer Mission im Einklang stand, eine Brücke zwischen der inneren und der äußeren Welt zu schlagen und die Betrachter*innen dazu einzuladen, die Verbundenheit unseres Daseins zu erkunden. Sie sah darin eine einzigartige Initiative, die verschiedene Bereiche – von Gesundheit über persönliche Kämpfe bis hin zur Kunst – miteinander verbindet, und war überzeugt, dass die Welt mehr Projekte braucht, die solch tiefgründige Botschaften vermitteln. Sie empfand es als Privileg, Teil davon zu sein.
