Neue Rome V-Kriterien zu DGBI

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Internationale Rome V-Leitlinien empfehlen erstmals Phytotherapeutika bei funktioneller Dyspepsie

  • In den neuen Rome V-Kriterien und Leitlinien der Rome Foundation werden STW 5 (Iberogast® Classic) und STW 5-II (Iberogast® Advance) als evidenzbasierte und medikamentöse First-line-Therapieoptionen bei funktioneller Dyspepsie (FD) hervorgehoben.
  • STW 5 und STW 5-II werden bereits in der deutschen S1-Leitlinie zu FD sowie in der S3-Leitlinie zum Reizdarmsyndrom empfohlen und werden somit in allen relevanten Leitlinien erwähnt.
  • Die Autorinnen und Autoren von Rome V begründen die Empfehlung mit der guten Evidenzlage, die zeigt, dass pflanzliche Präparate die multifaktoriellen Ursachen der FD-Symptome wirksam bekämpfen können.

Leverkusen, 28. Mai 2026 – Kürzlich hat die Rome Foundation die neuen Rome V-Kriterien und Leitlinien publiziert. In die internationalen Leitlinien für Disorders of Gut-Brain Interaction (DGBI, Störungen der Darm-Hirn-Achse) sind Erkenntnisse von 144 Expertinnen und Experten aus 27 Ländern eingeflossen. Erstmals sind Phytotherapien wie STW 5 und STW 5-II als evidenzbasierte First-Line-Optionen für die medikamentöse Therapie von funktioneller Dyspepsie aufgeführt. 
 

Rome V – patient*innenzentriert und fundiert

Die Rome Foundation bietet seit langem eine der renommiertesten wissenschaftlichen Grundlagen für das Verständnis gastrointestinalen Funktionsstörungen bzw. Störungen der Darm-Hirnachsen-Interaktion. Mit der Veröffentlichung der Rome V-Kriterien gehen die beteiligten Expertinnen und Experten noch einen Schritt weiter und legen den Schwerpunkt auf einen patient*innenzentrierten und biologisch fundierten Ansatz bei Diagnose und Behandlung. 

Eine zentrale Neuerung ist die gestärkte wissenschaftliche Untermauerung der FD als Störung der Darm-Hirn-Interaktion. Außerdem wurde der therapeutische Rahmen erweitert: Rome V betont eine multimodale, individualisierte Versorgung, einschließlich diätetischer Maßnahmen, PPI, Prokinetika, Neuromodulatoren und Verhaltenstherapien.
 

STW 5 und STW 5-II – jetzt in allen zentralen Leitlinien verankert 

Die Aufnahme von STW 5 und STW 5-II in die Rome V-Leitlinien der funktionellen Dyspepsie basiert auf einer umfangreichen klinischen Evidenz. Die Erkenntnisse zeigen, dass evidenzbasierte Phytotherapien die multifaktoriellen Ursachen der FD-Symptome wirksam angehen können.

Die Wirkung von STW 5 und STW 5-II setzt an verschiedenen Stellen an. Dieser Multi-Target-Ansatz ist auf die gezielte Kombination mehrerer Heilpflanzenextrakte zurückzuführen. Individuelle und multimodale Therapiekonzepte bei FD sollten auch Ernährungsmanagement und verhaltenstherapeutische Maßnahmen mit einschließen. In diesem Rahmen eignen sich STW 5 und STW 5-II aufgrund belegter und effektiver Symptomlinderung für die medikamentöse First-Line-Therapie.
 

Funktionelle Dyspepsie – ein heterogenes Krankheitsbild. 

FD ist eine heterogene und multifaktorielle Erkrankung, bei der zahlreiche pathophysiologische Mechanismen für die Entstehung der Symptome verantwortlich gemacht werden. Patientinnen und Patienten leiden unter anderem unter
Motilitätsstörungen: Eine beeinträchtigte Magenakkommodation tritt bei bis zu 40 Prozent der Betroffenen auf. Bei bis zu einem Drittel der Patientinnen und Patienten mit FD wurde über eine erhöhte viszerale Sensibilität berichtet.

Um mehr diagnostische Klarheit zu ermöglichen, unterscheiden die Rome V-Kriterien nun eindeutiger zwischen zwei Subtypen der FD: dem postprandialen Distress-Syndrom (PDS) und dem epigastrischen Schmerzsyndrom (EPS). Diese unterscheiden sich durch den Zusammenhang der Beschwerden mit den Mahlzeiten. Symptome innerhalb von zwei Stunden nach dem Essen werden dem PDS zugeordnet, während das EPS durch Schmerzen oder Brennen unabhängig von Mahlzeiten definiert ist. Für beide Subtypen der FD werden STW 5 und STW 5-II als First-Line-Optionen genannt.
 

Rome V: Neue Impulse auch beim Reizdarmsyndrom (RDS)

Während die Rome V-Kriterien bei der funktionellen Dyspepsie den Fokus auf multimodale Therapiekonzepte und evidenzbasierte Phytotherapeutika legen, ergeben sich auch für das Reizdarmsyndrom (RDS) wegweisende diagnostische Neuerungen. So wird das „abdominelle Unwohlsein“ wieder als diagnostisches Kriterium neben den abdominellen Schmerzen etabliert. Die Definition umfasst nun wiederkehrende, nicht kontinuierliche abdominelle Beschwerden an durchschnittlich mindestens drei Tagen pro Monat in den letzten drei Monaten, die mit mindestens zwei der folgenden Kriterien assoziiert sind: Defäkation, Änderung der Stuhlfrequenz oder Änderung der Stuhlform. Durch diese Anpassung der Kriterien ist mit einer Zunahme der erfassten globalen Prävalenz auf etwa 11 % zu rechnen.

Wichtig ist zudem die klare Abgrenzung: Die Beschwerden müssen wiederkehrend sein und sollten nicht in direktem Zusammenhang mit der Menstruation stehen. Diagnostisch rückt Rome V die Positivdiagnose in den Vordergrund. Reizdarmsyndrom (RDS) ist explizit keine Ausschlussdiagnose mehr. Bei den meisten Patient:innen ist eine Basisdiagnostik unter Anwendung der Rome V-Kriterien und dem Ausschluss von Alarmsymptomen ausreichend, was die diagnostische Praxis deutlich vereinfacht. Eine erweiterte Diagnostik sollte selektiv abgewogen werden und auf das Nötigste beschränkt werden.

Für Patient:innen, die eine psychotherapeutische Unterstützung benötigen oder wünschen, stellen digitale Therapeutika eine kostengünstige und gut zugängliche Alternative dar. Digitale Lösungen sind besonders wertvoll, wenn der Zugang zu einer persönlichen Psychotherapie schwierig ist. Da wissenschaftliche Studien zeigen, dass Methoden wie die kognitive Verhaltenstherapie (KVT) oder darmgerichtete Hypnose auch in der digitalen Eigenanwendung sehr effektiv sind, werden digitale Therapeutika wie Cara Care für Reizdarm zu einem festen Bestandteil moderner, patientenzentrierter Therapiekonzepte.


    • 1
      Törnblom H et al. Gastroduodenal Disorders. Gastroenterology. 2026. 170(6):1240–1260.
    • 2
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    • 3
      Layer P et al. (2021) Update S3-Leitlinie Reizdarmsyndrom: Definition, Pathophysiologie, Diagnostik und Therapie des Reizdarmsyndroms der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) und der Deutschen Gesellschaft für Neurogastroenterologie und Motilität (DGNM). AWMF-Registriernummer: 021/016. Zeitschrift fur Gastroenterologie. 59,12: 1323-1415.
    • 4
      Abdel-Aziz H, et al. Planta Med .2017;83(14-15):1130-1140.
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      Melzer J et al. Alimentary pharmacology & therapeutics. 2004. 20(11-12):1279–1287.