Neue Rome V-Kriterien zu DGBI

Internationale Rome V-Leitlinien empfehlen erstmals Phytotherapeutika bei funktioneller Dyspepsie
- In den neuen Rome V-Kriterien und Leitlinien der Rome Foundation werden STW 5 (Iberogast® Classic) und STW 5-II (Iberogast® Advance) als evidenzbasierte und medikamentöse First-line-Therapieoptionen bei funktioneller Dyspepsie (FD) hervorgehoben.
- STW 5 und STW 5-II werden bereits in der deutschen S1-Leitlinie zu FD sowie in der S3-Leitlinie zum Reizdarmsyndrom empfohlen und werden somit in allen relevanten Leitlinien erwähnt.
- Die Autorinnen und Autoren von Rome V begründen die Empfehlung mit der guten Evidenzlage, die zeigt, dass pflanzliche Präparate die multifaktoriellen Ursachen der FD-Symptome wirksam bekämpfen können.
Die Rome Foundation bietet seit langem eine der renommiertesten wissenschaftlichen Grundlagen für das Verständnis gastrointestinalen Funktionsstörungen bzw. Störungen der Darm-Hirnachsen-Interaktion. Mit der Veröffentlichung der Rome V-Kriterien gehen die beteiligten Expertinnen und Experten noch einen Schritt weiter und legen den Schwerpunkt auf einen patient*innenzentrierten und biologisch fundierten Ansatz bei Diagnose und Behandlung.
Eine zentrale Neuerung ist die gestärkte wissenschaftliche Untermauerung der FD als Störung der Darm-Hirn-Interaktion. Außerdem wurde der therapeutische Rahmen erweitert: Rome V betont eine multimodale, individualisierte Versorgung, einschließlich diätetischer Maßnahmen, PPI, Prokinetika, Neuromodulatoren und Verhaltenstherapien.
Die Aufnahme von STW 5 und STW 5-II in die Rome V-Leitlinien der funktionellen Dyspepsie basiert auf einer umfangreichen klinischen Evidenz. Die Erkenntnisse zeigen, dass evidenzbasierte Phytotherapien die multifaktoriellen Ursachen der FD-Symptome wirksam angehen können.
Die Wirkung von STW 5 und STW 5-II setzt an verschiedenen Stellen an. Dieser Multi-Target-Ansatz ist auf die gezielte Kombination mehrerer Heilpflanzenextrakte zurückzuführen. Individuelle und multimodale Therapiekonzepte bei FD sollten auch Ernährungsmanagement und verhaltenstherapeutische Maßnahmen mit einschließen. In diesem Rahmen eignen sich STW 5 und STW 5-II aufgrund belegter und effektiver Symptomlinderung für die medikamentöse First-Line-Therapie.
FD ist eine heterogene und multifaktorielle Erkrankung, bei der zahlreiche pathophysiologische Mechanismen für die Entstehung der Symptome verantwortlich gemacht werden. Patientinnen und Patienten leiden unter anderem unter
Motilitätsstörungen: Eine beeinträchtigte Magenakkommodation tritt bei bis zu 40 Prozent der Betroffenen auf. Bei bis zu einem Drittel der Patientinnen und Patienten mit FD wurde über eine erhöhte viszerale Sensibilität berichtet.
Um mehr diagnostische Klarheit zu ermöglichen, unterscheiden die Rome V-Kriterien nun eindeutiger zwischen zwei Subtypen der FD: dem postprandialen Distress-Syndrom (PDS) und dem epigastrischen Schmerzsyndrom (EPS). Diese unterscheiden sich durch den Zusammenhang der Beschwerden mit den Mahlzeiten. Symptome innerhalb von zwei Stunden nach dem Essen werden dem PDS zugeordnet, während das EPS durch Schmerzen oder Brennen unabhängig von Mahlzeiten definiert ist. Für beide Subtypen der FD werden STW 5 und STW 5-II als First-Line-Optionen genannt.