Prostatakrebs

Prostatakrebs - nmCRPC

nicht metastasierter kastrationsresistenter Prostatakrebs

Arzt erklärt Patienten etwas auf einem Tablett

Prostatakrebs ist nicht gleich Prostatakrebs. Finden Sie hier alle Informationen zu nicht metastasiertem kastrationsresistentem Prostatakrebs (nmCRPC). Die Broschüre gibt Einblicke in die Prostata und Prostatakrebs allgemein und erklärt welche Tests bei nicht metastasiertem kastrationsresistentem Prostatakrebs durchgeführt werden. Mögliche Behandlungsoptionen und ihre Wirkweise werden erklärt. Die Ressourcen für weitere Informationen und das Glossar sollen helfen, sich mit den Themen vertraut zu machen.

  • Die Prostata, auch Vorsteherdrüse genannt, ist eine kleine, walnussförmige Drüse, die sich bei Männern unterhalb der Blase und vor dem Rektum befindet. Sie produziert die Flüssigkeit, welche die Spermien ernährt und transportiert. Androgene sind für die Entwicklung der Prostata unerlässlich.

    Wenn sich abnormale Zellen in der Prostata bilden und wachsen, kann dies zu Prostatakrebsführen. Prostatakrebszellen werden von Androgenen (vor allem Testosteron) zum Wachstum und zur Ausbreitung angeregt.

  • Ihre Ärztin/Ihr Arzt kann Sie anhand bestimmter Faktoren wie Alter, Familienanamnese und anderer Faktoren auf Prostatakrebs untersuchen. Darüber hinaus kann Ihre Ärztin/Ihr Arzt weitere Tests vorschlagen, um Prostatakrebs zu diagnostizieren und einzustufen. Bitte beachten Sie, dass nicht alle hier aufgeführten Tests für die Früherkennung, Diagnose und/oder Einstufung von Prostatakrebs erforderlich sind.

    • Digitale rektale Untersuchung (DRU): Der Arzt führt einen eingefetteten, behandschuhten Finger in den unteren Teil des Rektums ein, um die Prostata auf Klumpen oder harte Stellen abzutasten. Solche Veränderungen könnten auf Krebs hinweisen. Dies wird meist als Screening-Test  durchgeführt.
    • Prostataspezifisches Antigen (PSA) Test: Bluttest, bei dem die Menge der PSA-Moleküle in Ihrem Blut gemessen wird. Ein erhöhter PSA-Wert kann auf Prostatakrebs hindeuten; er kann jedoch auch durch andere Faktoren erhöht werden. Dies geschieht meist zur Früherkennung oder zur Verlaufskontrolle.
    • Biopsie: Eine Biopsie ist ein Verfahren, bei dem mit dünnen Nadeln kleine Proben der Prostata oder einer verdächtigen Metastase entnommen und anschließend unter dem Mikroskop untersucht werden. Die Biopsie kann durch Ergänzung bildgebender Verfahren wie dem transrektalen Ultraschall (TRUS) oder der Magnetresonanztomographie (MRT) gezielt im anvisierten Gewebe erfolgen. Eine Biopsie ist zur Bestätigung der Diagnose Prostatakrebs meist notwendig.
    • genetische Tests:  Gentests können Veränderungen in Ihrer DNA aufdecken, die möglicherweise in Ihrer Familie gehäuft vorkommen. Es können Speichel- oder Bluttests zum Einsatz kommen. Auch der Tumor selber kann bei Bedarf genetisch untersucht werden.
      Diese Tests werden durchgeführt, um zusätzliche Risikofaktoren für den Verlauf der Erkrankung zu erhalten bzw. spezielle therapeutische Optionen abzuwägen.
    • Biomarker Tests: Gewebe- oder Blutproben werden auf bestimmte Gene, Proteine oder andere Moleküle untersucht, die mehr Informationen über Krebs liefern können. Diese Tests können im Rahmen des Stagings durchgeführt werden, oder um mehr Informationen über Ihre spezifische Art von Prostatakrebs zu erhalten.
    • bildgebende Verfahren: Bildgebende Verfahren erstellen Bilder aus dem Inneren Ihres Körpers. Sie helfen bei der Lokalisierung des Krebses und unterstützen Sie und Ihren Arzt dabei, geeignete Behandlungen auszuwählen. Bestimmte bildgebende Verfahren werden manchmal zusammen mit einer Biopsie zur Krebsdiagnose eingesetzt. Bildgebende Verfahren werden in der Regel durchgeführt, um eine Diagnose zu stellen, das Stadium zu bestimmen oder zusätzliche Informationen über Ihre Krebserkrankung zu sammeln. Beispiele für bildgebende Verfahren sind:
      • Knochenszintigraphie
      • CT (Computertomographie)
      • MRT (Magnetresonanztomographie)
      • PET ( Positronen-Emissions-Tomographie)
      • PSMA (prostataspezifisches Membranantigen)-PET
      • TRUS (transrektale Ultraschalluntersuchung)   
  • nm steht für nicht-metastasierend. Der Krebs hat sich nicht auf andere Teile des Körpers ausgebreitet. CR steht für kastrationsresistent (castration resistant), PC steht für Prostatakrebs (prostate cancer). Der Krebs beginnt in der Prostata und wächst selbst dann weiter, wenn die Menge an Testosteron (eine Art Androgen) im Körper auf ein sehr niedriges Niveau (Kastrationsniveau) reduziert wird. Diese Art von Krebs spricht nicht auf eine Androgendeprivationstherapie (ADT; eine Art Hormontherapie) an, und das prostataspezifische Antigen (PSA), ein wichtiger Marker und Verlaufswert der Prostatakrebserkrankung, steigt weiter an. Möglicherweise spüren Sie keine Symptome. Für Patienten mit nmCRPC stehen weitere Behandlungsoptionen zur Verfügung die auf unterschiedliche Weise wirken, um ihnen ein längeres Leben zu ermöglichen.

  • Die hier beschriebenen Therapieoptionen sind nicht vollumfänglich. Bitte wenden Sie sich an Ihre Ärztin/Ihren Arzt, um spezifische Informationen zu Ihren Behandlungsoptionen zu erhalten.

    Androgenrezeptor-Inhibitoren (ARI): In Prostatakrebszellen bindet Testosteron, ein Androgenhormon, an spezielle Proteine, die Androgenrezeptoren genannt werden. Dadurch wird das Wachstum von Krebszellen angeregt. Androgenrezeptor-Inhibitoren binden an Androgenrezeptoren, wodurch Testosteron nicht an die Rezeptoren binden kann. Dadurch wird das Wachstum der Krebszellen verlangsamt.

    Androgen-Deprivations-Therapie (ADT): Hormontherapie, die als Injektion unter die Haut oder als Tablette oral eingenommen wird. Dies senkt den Testosteronspiegel und wird auch als chemische Kastration bezeichnet. Die Senkung des Testosteronspiegels kann das Wachstum von Krebszellen verringern oder verlangsamen. Bei nmCRPC wird eine ADT nur in Kombination mit Androgenrezeptor-Inhibitoren empfohlen. 

  • Hier ist eine Liste von Websites, die Sie besuchen können, um mehr über Prostatakrebs und Behandlungen bei Prostatakrebs zu erfahren: 

  • Androgene sind Hormone, die die Entwicklung und Aufrechterhaltung der männlichen Geschlechtsmerkmale fördern.1 Testosteron ist eine Art von Androgen.


    Androgendeprivationstherapie (ADT) ist eine Behandlung zur Unterdrückung oder Blockierung der Produktion oder Wirkung männlicher Hormone. Dies geschieht durch die Entfernung der Hoden, die Einnahme weiblicher Geschlechtshormone oder die Einnahme von Medikamenten, die als Antiandrogene bezeichnet werden. Sie wird auch Androgenablation, Androgensuppression oder chemische Kastration genannt.1 Diese Therapie senkt den Testosteronspiegel im Körper.
     

    Der Androgenrezeptor ist ein Protein, das männliche Hormone, so genannte Androgene, bindet. Androgenrezeptoren befinden sich in den Zellen des männlichen Fortpflanzungsgewebes, in einigen anderen Gewebetypen und in einigen Krebszellen. Bei Prostatakrebs binden sich die Androgene an die Androgenrezeptoren in den Krebszellen, was das Wachstum der Krebszellen fördert.


    Computertomographie (CT) erstellt mit Hilfe von Röntgenstrahlen detaillierte Querschnittsbilder Ihres Körpers. Sie kann helfen, festzustellen, ob sich der Prostatakrebs auf andere Teile des Körpers ausgebreitet hat.1 Eine CT-Untersuchung kann zur Diagnose von Krankheiten, zur Planung der Behandlung oder zur Feststellung, wie gut die Behandlung anschlägt, eingesetzt werden.


    Desoxyribonukleinsäure (Deoxyribonucleic acid, DNA) - Moleküle tragen die genetische Information in den Zellen und geben sie von einer Generation zur nächsten weiter.
     

    Diagnose: Der Prozess der Identifizierung einer Krankheit, eines Zustands oder einer Verletzung anhand ihrer Anzeichen und Symptome wird als Diagnose bezeichnet. Eine Anamnese, eine körperliche Untersuchung und Tests wie Bluttests, bildgebende Verfahren und Biopsien können helfen, eine Diagnose zu stellen.


    Ein Gen ist ein Teil der DNA. Die meisten Gene enthalten die Information für die Herstellung eines bestimmten Proteins.

     

    Die Harnröhre ist die Röhre, durch die der Urin den Körper verlässt.

     

    Als Kastration bezeichnet man die Entfernung männlicher Hormone, die von den Hoden gebildet werden, mit Hilfe von Medikamenten (chemische Kastration) oder einer Operation (operative Kastration).


    Knochenszintigraphie wird durchgeführt, um festzustellen, ob der Prostatakrebs die Knochen erreicht hat. Wenn sich Prostatakrebs auf entfernte Teile des Körpers ausbreitet, erreicht er oft zuerst die Knochen. Bei dieser Untersuchung wird radioaktives Material und eine Spezialkamera verwendet, um Bilder von Ihrem Skelett zu machen. Das radioaktive Material sammelt sich in den Knochenmetastasen und wird von einem Scanner (einer Spezialkamera, die Bilder vom Körperinneren macht) erfasst. 

     

    Die Magnetresonanztomographie (MRT) erstellt mithilfe von Radiowellen und starken Magneten detaillierte Bilder von Weichteilen (Muskeln, Fett usw.) im Körper. MRT-Scans können medizinischen Fachkräften ein sehr klares Bild der Prostata und der umliegenden Bereiche liefern. Diese Bilder können den Unterschied zwischen normalem und krankem Gewebe darstellen. Die MRT liefert bessere Bilder von Organen und Weichteilen als andere Scanverfahren wie CT oder Röntgenaufnahmen.


    Metastasierung bedeutet, dass sich der Krebs von seinem Entstehungsort aus ausgebreitet hat. Der Krebs breitet sich beispielsweise von der Prostata auf die Knochen oder Lymphknoten aus. 

     

    Bei der Positronen-Emissions-Tomographie (PET) wird ein spezieller Farbstoff, ein Tracer, verwendet, der radioaktive Glukose enthält. Der Tracer wird in das Blut gespritzt und kann dann mit einer speziellen Kamera nachgewiesen werden, damit Ihr Arzt sehen kann, wie gut Ihre Organe funktionieren. Da Krebszellen oft mehr Glukose verbrauchen als normale Zellen, können die Bilder verwendet werden, um Krebszellen im Körper zu finden.


    Prostata ist eine Drüse im männlichen Fortpflanzungssystem. Die Prostata befindet sich direkt unter der Blase und produziert eine Flüssigkeit, die Teil der Samenflüssigkeit ist.


    Prostata-spezifisches Antigen oder PSA ist ein Protein, das von der Prostata produziert und im Blut gefunden wird. Der PSA-Wert kann bei Männern mit Prostatakrebs oder anderen Prostataproblemen, wie der gutartigen Prostatahyperplasie (BPH), höher als normal sein.
     

    Prostata-spezifisches Membranantigen (PSMA)-PET-Scan ist ein bildgebendes Verfahren, das zum Auffinden von Prostatakrebszellen im Körper eingesetzt wird. Es handelt sich um eine Art PET-Scan, bei dem ein spezieller Tracer verwendet wird, der sich an besondere Proteine (Eiweiße) auf Prostatakrebszellen anlagert. Diese Proteine finden sich oft in großen Mengen auf Prostatakrebszellen. Ein PET-Scanner erkennt hohe Konzentrationen des radioaktiven Moleküls und zeigt, wo sich die Prostatakrebszellen im Körper befinden. Ein PSMA-PET-Scan kann helfen, Prostatakrebs zu diagnostizieren, der möglicherweise wieder aufgetreten ist oder sich auf andere Körperteile ausgebreitet hat. Er kann auch zur Planung der Behandlung eingesetzt werden.


    Protein (= Eiweiß) ist ein Molekül, das aus Aminosäuren besteht. Proteine werden vom Körper benötigt, um richtig zu funktionieren. Sie bilden die Grundlage für Körperstrukturen wie Haut und Haare und für andere Substanzen wie Enzyme, Zytokine und Antikörper.


    Rektum ist das untere Ende des Darms, das mit dem Anus verbunden ist, und liegt direkt hinter der Prostata.


    Screening ist die Untersuchung auf Krankheiten, wenn noch keine Symptome vorhanden sind. Da bei der Vorsorgeuntersuchung Krankheiten in einem frühen Stadium entdeckt werden können, besteht eine bessere Chance, die Krankheit zu heilen. Beispiele für Krebsfrüherkennungsuntersuchungen sind die Mammografie (für Brustkrebs), die Koloskopie (für Darmkrebs) sowie der Pap-Test und HPV-Tests (für Gebärmutterhalskrebs). Das Screening kann auch Gentests umfassen, um das Risiko für die Entwicklung einer Erbkrankheit zu ermitteln.

     

    Das Stadium bezeichnet das Ausmaß einer Krebserkrankung im Körper. Die Stadieneinteilung (staging) basiert in der Regel auf der Größe des Tumors, darauf, ob Lymphknoten Krebs enthalten, und darauf, ob sich der Krebs von der ursprünglichen Stelle auf andere Teile des Körpers ausgebreitet hat.
     

    Testosteron ist ein Hormon, das hauptsächlich in den Hoden (Teil des männlichen Fortpflanzungssystems) gebildet wird. Es wird für die Entwicklung und Aufrechterhaltung männlicher Geschlechtsmerkmale wie Gesichtsbehaarung, tiefe Stimme und Muskelwachstum
    benötigt. Testosteron kann auch im Labor hergestellt werden und wird zur Behandlung bestimmter Erkrankungen eingesetzt.


    Transrektaler Ultraschall (TRUS) ist ein bildgebender Test, bei dem eine kleine, etwa fingerdicke Sonde eingefettet und in Ihr Rektum eingeführt wird. Die Sonde sendet Schallwellen aus, die in die Prostata eindringen und Echos erzeugen. Die Sonde nimmt die Echos auf, und ein Computer wandelt sie in ein Schwarz-Weiß-Bild der Prostata um. Mit der TRUS-Untersuchung wird nach Anomalien im Rektum und in den umliegenden Strukturen, einschließlich der Prostata, gesucht. Es wird auch endorektaler Ultraschall genannt.