RSNA 2025 – Dual-Sequenz-Perfusions-MRT
zuverlässiger als
Dual-Bolus-Technik 
für Prognose kardiovaskulärer Ereignisse

Teaser RSNA 2025

Die quantitative Stress-Perfusions-MRT dient der Risikoeinschätzung für schwere kardiale Ereignisse (MACE). Eine neue Studie zeigt: Die Dual-Sequenz-Technik übertrifft die Dual-Bolus-Methode in der Prognosegenauigkeit.

Präsentationstag:

4.12.2025

Autor:

biho/ktg

Sprecher:

Kwan Ho Leung (in Vertretung von Ming Yen Ng), University of Hongkong

Quelle:

RSNA 2025, R3-SSCA10-2

Quantitative Perfusions-MRT

Die quantitative Perfusions-MRT ist ein relativ neues Werkzeug zur Vorhersage schwerer kardiovaskulärer Ereignisse (MACE). Quantifiziert werden der myokardiale Blutfluss unter Belastung (Stress-MBF) und Ruhe (Ruhe-MBF) sowie die Myokardperfusionsreserve (MPR), entsprechend dem Verhältnis zwischen Durchblutung unter Belastung und in Ruhe. 

Die Messungen sind mit zwei verschiedenen Methoden durchführbar: 

  1. Dual-Bolus (DB):
    Es werden zwei separate Kontrastmittel-Boli nacheinander verabreicht – jeweils bei Belastung und bei Ruhe.
  2. Dual-Sequenz (DS):
    Beide Zustände (Belastung und Ruhe) werden mit einer einzigen Kontrastmittel-Injektion erfasst, aber mit zwei unterschiedlichen Sequenzen, einer CINE-Sequenz und einer speziellen, schnellen 3D-Perfusions-MRT-Sequenz. 

Studie: Prognostische Aussagekraft von Dual Bolus und Dual Sequenz 

Kwan Ho Leung, Hongkong, und Kolleg:innen verglichen in ihrer kürzlich veröffentlichten Studie die prognostische Aussagekraft des Dual-Bolus- und Dual-Sequenz-Verfahrens zur Vorhersage von MACE. Beide Techniken haben ihre Vorteile, aber welche ist besser?

Vorteile der Dual-Bolus-Technik

  • Auf jedem MRT-Scanner anwendbar
  • Zuverlässiger bei hohen Herzfrequenzen
  • Weniger anfällig für Artefakte und Signalverzerrung
  • Höheres Signal-Rausch-Verhältnis (SNR)
  • Geringere Signalverluste bei der Messung; Signalintensität linear und stabiler

Vorteile der Dual-Sequenz-Technik

  • Weniger Auswirkungen auf die Bildqualität durch Herz- und Bewegungsartefakte
  • Keine hämodynamischen Unterschiede zwischen arterieller Eingangsfunktion (AIF) und Perfusionsbildern
  • Weniger Kontrastmittel erforderlich
  • Einfacher in der Durchführung

 

Studiendesign

  • Retrospektive, monozentrische Studie mit 570 Patient:innen (Durchschnittsalter 63,2 Jahre)
  • Alle Patient:innen durchliefen eine Perfusions-MRT am 3T-Scanner mit Dual-Bolus und Dual-Sequenz in einer Messung:

    1. Stress-MBF

    • Adenosin-Injektion (Dual Bolus) nach 1-4 min. 10%iger KM-Bolus (1. Bolus)
    • nach weiteren 1-2 min. 100%iger KM-Bolus (2. Bolus)
    • nach weiteren 1-2 min. Aminophyllin-Injektion (Dual Sequenz)
    • 10-minütige CINE Bildgebung (Dual Sequenz)
    • nach 1-4 min. 10% KM-Bolus (1. Bolus)
    • nach weiteren 1-2 min. 100%iger KM-Bolus (2. Bolus)
    • nach weiteren 1-2 min. 100 %iger KM-Bolus (Dual Sequenz)
    • LGE-Messung  mit spezieller Whole-Heart Imaging with Perfusion (WIP)-Sequenz (Dual Sequenz)

    2. Rest-MBF

    • Quantifizierung der Myokardperfusion sowohl im Stress- als auch im Ruhezustand
    • Berechnung der Myokardperfusionsreserve (MPR)
    • Kombinierter primärer Endpunkt: MACE (akutes Koronarsyndrom, Schlaganfall, Hospitalisation wegen Herzinsuffizienz, späte Revaskularisation >90 Tage), Tod jeglicher Ursache. 

 

Ergebnisse

Nach einem medianen Follow-Up von etwas mehr als zwei Jahren waren 54 MACE bei 50 Patient:innen aufgetreten.

  1. In der
    univariaten Analyse
    lieferten die Stress-MBF und die MPR mit beiden Techniken eine signifikante Prognosemöglichkeit für MACE. Die Dual-Sequenz schnitt etwas besser ab.
  2. In der
    multivariaten Analyse
    , adjustiert nach Alter, linksventrikulärer Ejektionsfraktion, linksventrikuläre Masse und LGE traf nur die Dual-Sequenz eine signifikante Prognose für MACE.
  3. Ein Vergleich beider Techniken ergab eine gute (Stress-MBF) bis sehr gute (MPR) prognostische Vorhersagekraft für die Dual-Sequenz (Harrel’s Index). Im Vergleich schnitt die Dual-Bolus-Technik schlechter ab.

 

Fazit

Die Dual-Sequenz-Technik ist geeigneter, um das Risiko für schwere kardiovaskuläre Ereignisse vorherzusagen, als die Dual-Bolus-Methode. Die Dual-Sequenz kommt außerdem mit nur einer Kontrastmittelgabe aus – Leung sieht ihre Vorteile daher auch in der einfacheren Anwendung.


    Referenzenexpand_less
    • 1
      Leung KH et al. Comparing Prognostic Significance of Dual Bolus and Dual Sequence Quantitative Stress Perfusion Cardiac Magnetic Resonance, European Heart Journal - Cardiovascular Imaging, 2025; jeaf339