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Retinaler Venenverschluss – Risikofaktor ADT?

In der Literatur finden sich widersprüchliche Daten über die Rolle der Androgendeprivationstherapie (ADT) für die systemische makrovaskuläre Gesundheit. Daher gingen Hsin-Le Lin (Taipeh, Taiwan) et al. der Frage nach und untersuchten in einer retrospektiven Kohortenstudie mit Daten aus Taiwans National Health Insurance Research Database, ob eine ADT mit der Entwicklung eines retinalen Venenverschlusses (RVO) bei Prostatakrebs (PCa)-Patienten assoziiert ist. Insgesamt wurden in die Analyse 1.791 PCa-Patienten mit ADT und 1.791 PCa-Patienten ohne ADT aufgenommen, 3.582 Probanden, die weder an einem PCa erkrankt waren noch eine ADT erhielten, bildeten die Kontrollgruppe: Dabei wurden jedem PCa-Patienten mit ADT ein PCa-Patient ohne ADT und zwei Kontrollpersonen gegenübergestellt. Der primäre Endpunkt war die Inzidenz eines RVO.

Gut zu wissen

In der retrospektiven Kohortenstudie konnte nach einem Nachbeobachtungszeit von bis zu 18 Jahren gezeigt werden, dass die PCa-Patienten mit ADT eine signifikant niedrigere RVO-Inzidenz aufwiesen, im Vergleich zur Kontrollgruppe, bestehend aus Personen, die weder an einem PCa erkrankt waren noch eine ADT erhielten (bereinigte Hazard Ratio [aHR] 0,191; 95 % KI 0,059-0,621; p=0,0059). Dies galt auch nach Anpassung an mehrere Störfaktoren. Bluthochdruck war dagegen mit einer höheren RVO-Inzidenz assoziiert (aHR 2,130; 95% KI 1,127-4,027; p=0,0199).

Insgesamt zeigten die Ergebnisse, dass eine ADT bei PCa-Patienten nicht zu einem höheren Risiko für die Entwicklung eines RVO führte. Tatsächlich hatten die PCa-Patienten mit ADT eine geringere RVO-Inzidenz als jene ohne ADT.

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